Hersteller
Herder R. Albrecht, Solingen
Modell
M1935
Klinge
zweischneidig
Länge
398 mm
Gewicht
328 g
Zustand
1-
Heeres-Offiziersdolch [M1935] in Etui – Rich. Abr. Herder Solingen
Heeres-Offiziersdolch Modell 1935 im Etui, hergestellt von Rich. Abr. Herder Solingen. Der Dolch besitzt eine Gesamtlänge von ca. 39,8 cm und entspricht der klassischen Ausführung des Heeres-Offiziersdolches mit Trolon-Griff, eichenlaubverzierten Beschlägen, gekörnter Scheide und originalem Stoßleder. Der Hersteller Rich. Abr. Herder Solingen ist bei Heeres-Offiziersdolchen vergleichsweise selten anzutreffen. Auffällig ist die goldgelbe Alterstönung beziehungsweise Patina der Beschläge und der Scheide. Eine sichere Einordnung als vergoldete General-Ausführung wird nicht vorgenommen.
Griff & Parierstange: Rund ausgeführter Trolon-Griff mit zweifach verdrehten, konvex ausgearbeiteten Kanneluren. Der konische Knauf ist fest auf die Klingenangel verschraubt und mit umlaufendem Eichenlaubdekor versehen. Am unteren Griffende befindet sich der typische Zier-Griffring mit nebeneinander angeordneten Eichenlaubblättern. Die Parierstange ist in Form des Heeresadlers ausgeführt, nach links blickend, mit nach unten verlaufenden Flügelenden. In den Fängen hält der Adler einen Kranz mit Hakenkreuz. Die Beschläge zeigen eine auffällige goldgelbe Alterstönung, die dem Stück ein ungewöhnliches Erscheinungsbild verleiht.
Klinge: Zweischneidige, blanke Klinge in sehr gutem Erhaltungszustand mit vollständig erhaltener Spitze. Auf der Rückseite befindet sich das geätzte Herstellerlogo „Rich. Abr. Herder Solingen“. Das sogenannte Crossgrain ist sehr gut erhalten. Zwischen Klingenschultern und unterer Parierstange befindet sich das originale Stoßleder. Die Klingenschultern schließen sauber an die Parierstange an.
Scheide: Die Scheide besteht aus gezogenem Stahlblech und besitzt auf Vorder- und Rückseite die typische gekörnte Oberflächenstruktur. Ausgeführt mit separat eingesetztem Mundstück, zwei rückseitigen Befestigungsschrauben sowie zwei eichenlaubverzierten Scheidenbändern. Die Scheidenbänder besitzen jeweils lose, vollständig geschlossene Trageringe. Die Spitze der Scheide ist abgerundet und nicht eingedrückt. Auch die Scheide zeigt die auffällige goldgelbe Alterstönung beziehungsweise Patina, welche bei diesem Stück besonders hervortritt.
Etui: Der Dolch wird im passenden Etui angeboten. Das Etui dient der Aufbewahrung und unterstreicht den repräsentativen Charakter dieses Heeres-Offiziersdolches. In Verbindung mit dem seltenen Hersteller, der sehr gut erhaltenen Klinge und der auffälligen Tönung der Beschläge ergibt sich ein sammlerisch interessantes Ensemble.
Besonderheit: Besonders hervorzuheben sind der seltenere Hersteller Rich. Abr. Herder Solingen, das erhaltene Herstellerlogo, das sehr gut sichtbare Crossgrain, das originale Stoßleder, das vorhandene Etui sowie die ungewöhnliche goldgelbe Alterstönung der Beschläge und der Scheide. Da eine Vergoldung anhand der vorliegenden Merkmale nicht sicher bestätigt wird, erfolgt die Beschreibung bewusst als goldgelbe Alterstönung beziehungsweise Patina und nicht als gesicherte General-Ausführung.
Historische Einordnung: Heeres-Offiziersdolch Modell 1935
Der Heeres-Offiziersdolch Modell 1935 wurde als repräsentative Blankwaffe für Offiziere des deutschen Heeres eingeführt. Er gehörte zur Ausgeh- und Paradeuniform und war kein Kampfmesser, sondern ein Rang- und Repräsentationsstück innerhalb der Offiziersausstattung.
Typische Merkmale des Heeres-Offiziersdolches sind der gerillte Griff, der konische Knauf mit Eichenlaubdekor, die Parierstange mit Heeresadler sowie die gekörnte Scheide mit zwei eichenlaubverzierten Scheidenbändern. Je nach Hersteller, Fertigungszeitraum und verwendeten Materialien kommen zahlreiche Detailvarianten bei Griffmaterial, Farbton, Beschlägen, Klingenmarkierungen und Scheidenoberflächen vor.
Rich. Abr. Herder Solingen gehörte zu den traditionsreichen Solinger Klingenherstellern. Bei Heeres-Offiziersdolchen ist dieser Hersteller weniger häufig anzutreffen als viele der bekannten Großhersteller. Ein eindeutig lesbares Herstellerlogo auf der Klinge ist daher ein wichtiges Merkmal für die Zuordnung und sammlerische Bewertung des Stückes.
Bei Heeresdolchen können Beschläge und Scheiden durch Material, Oberflächenbehandlung, Alterung und Lagerungsbedingungen unterschiedliche Tönungen entwickeln. Goldgelbe Oberflächen können optisch an vergoldete Generalsausführungen erinnern, sollten jedoch nur dann als solche beschrieben werden, wenn eine entsprechende Einordnung eindeutig belegbar ist. Bei dem vorliegenden Stück wird daher sachlich von einer auffälligen goldgelben Alterstönung beziehungsweise Patina gesprochen.
Bewertung(en)



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